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Experten über TBS

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TBS (Trabecular Bone Score) ist ein Index, der die Knochenmikroarchitektur re ektiert und Ärzten bei ihrem täglichen Patientenmanagement helfen kann. TBS wird mit der Software TBS iNsightTM berechnet, einer schnellen und reproduzierbaren Bildgebungsmethode, die das Frakturrisiko durch die Bestimmung der Knochentextur ermittelt. Die Software wird einfach auf DXA Scannern von GE Lunar und Hologic installiert und ermittelt innerhalb von Sekunden - unter Verwendung der vorhandenen Wirbelsäulen-Scandaten - den ergänzenden Frakturrisikoparameter TBS. TBS kann damit die Frakturrisikobewertung einfach und signi kant präzisieren. In dieser Serie von Interviews teilen Kliniker und Experten ihre Erfahrungen mit TBS mit. Im folgenden Interview berichtet Dr. Lynn Kohlmeier über TBS und wie TBS Ärzten in ihrer täglichen Praxis helfen kann, das Patientenmanagement zu verbessern.

Experten über TBS - Dr. Lynn Kohlmeier

DXA System:

Not Dependent

Verfügbar auch in:
Englisch
Italienisch
Spanisch

Dokumentcode:

MM-BR-055-MIG-DE-01

Interview with Dr. Lynn Kohlmeier, MD

Dr. Kohlmeier ist Endokrinologin in Spokane Valley, Washington. Sie ist Expertin für Knochen- und Stoffwechselerkrankungen, Endokrinologie und Diabetes. Sie erhielt ihren medizinischen Abschluss an der Stanford University School of Medicine und absolvierte ihre Assistenzzeit und Post-Doc-Ausbildung in Harvard. Seit über 20 Jahren ist sie in der klinischen Praxis und Forschung mit dem Schwerpunkt Verbesserung der Knochengesundheit und Frakturprävention tätig. Zudem ist Dr. Kohlmeier Vorstandsmitglied der Washington Osteoporosis Coalition (WOC) und Direktor der WOC-Spokane Division.

Medimaps: Als Direktorin des Osteoporosezentrums in Spokane und der Abteilung Spokane der Washington Osteoporosis Coalition (WOC), können Sie uns etwas über die Ziele der WOC erzählen, und welche Rolle der TBS-Wert dabei spielen könnte?

Dr Kohlmeier: Das Ziel der WOC ist es, das Bewusstsein für Knochengesundheit, Osteoporose und Frakturprävention im Bundesstaat Washington zu erweitern.

Ja, der TBS-Wert könnte nicht nur den Zielen der WOC nützen, sondern auch unserer klinischen Arbeit im Osteoporosezentrum Spokane.

Medimaps: Der TBS-Wert ist eines der ersten Instrumente, um die Knochenmikroarchitektur im klinischen Alltag zu beurteilen und eine Frakturvorhersage unabhängig von der Knochenmineraldichte (BMD), klinischen Risikofaktoren und FRAX® zu treffen. Obwohl TBS von den internationalen Fachgesellschaften befürwortet wird, ist es noch immer für viele Ärzte und medizinische Dienstleister, die Patienten mit Osteoporose untersuchen und behandeln, neu. Sie sind eine der ersten, die mit dem TBS-Wert in ihrer Praxis in den USA experimentiert haben. Wie würden Sie den TBS-Wert präsentieren?

Dr Kohlmeier: Ich bin Skeptikerin und glaube in der Regel nichts, solange es sich nicht zweifelsfrei mit langjähriger Post- Marketing-Bestätigung bewährt hat. Ich war sehr beeindruckt von den klinischen Daten in Bezug auf den TBS-Wert, den

Trabecular Bone Score, und erinnere mich daran, wie Prof. Didier Hans die Technik bei der Internationalen Gesellschaft für klinische Densitometrie vor einigen Jahren präsentiert hat. Der TBS-Wert steigert den Wert der Gesamtbeurteilung von Knochen und der Dual Röntgen-Absorptiometrie Knochendichtemessung (DXA BMD), ohne die Untersuchungszeit oder die Strahlenbelastung für den Patienten zu erhöhen1.

Der TBS-Wert beein usst häu g meine klinischen Entscheidungen und gibt nicht nur meinen Patienten und mir, sondern auch deren primären Gesundheitsdienstleistern zusätzliche Sicherheit und Vertrauen in unser Ziel, Frakturen zu verhindern. Ich versuche immer, meinen Patienten Ihre BMD- und TBS-Ergebnisse zu zeigen, in der Hoffnung, dass die Konfrontation damit sie dazu motiviert, auch ihre Knochengesundheit zu verbessern.

Der TBS-Wert ist diese „Extra“-Information über die Knochenqualität, die zur „Feinabstimmung“ der Patientenversorgung beiträgt.

Medimaps: Könnten Sie uns ein paar Beispiele von Patientenfällen geben, bei denen der TBS-Wert eine wichtige Rolle spielt?

Dr Kohlmeier: Ja. Das erste Beispiel ist ein Patient, der keine Frakturen hat und keine Behandlung mehr möchte.

Wenn sein BMD-Wert stabil ist, mit einem T-Score über -2,5, also nicht im osteoporotischen Bereich, und sein TBS-Knochenwert ebenfalls stabil über oder gleich 1,3 ist, also im moderaten Bereich, denke ich, dass eine medizinische Behandlung noch nicht erforderlich ist.

Wenn sich auf der anderen Seite der BMD- und/oder der TBS- Wert mit der Zeit erheblich verringert, gibt mir das durch den TBS-Wert in Verbindung mit dem BMD-Wert zusätzlich vorhersagbare Frakturrisiko einen stärkeren Grund, zum Beginn einer medizinischen Behandlung zu raten.

Dr Kohlmeier: Und wenn mich ein Patient fragt, ob er die medizinische Behandlung fortsetzen sollte, wenn sein BMD-Wert gesunken, aber der TBS-Wert gleich geblieben ist, würde ich dazu „Ja“ sagen, vorausgesetzt wir haben sekundäre Ursachen für Knochenschwund ausgeschlossen und der Patient nimmt ausreichend Kalzium und Vitamin D auf.

Alternativ dazu kann bei einer 55 Jahre alten Frau mit einem BMD T-Score von -2,5 die eine erhebliche Familienanamnese von Osteoporose mit Hüftfraktur aufweist, die Kenntnis der TBS- Knochenqualität wahrscheinlich bei der Entscheidung über ihre Behandlung helfen. Wenn sich der TBS-Wert im Bereich der mittleren oder niedrigen Knochenqualität be ndet, zum Beispiel bei einem Wert von 1,21, würde ich eine medizinische Behandlung empfehlen.

Medimaps: Also würden Sie allgemein sagen, dass die Hinzunahme des TBS-Werts zum BMD-Wert sowohl medizinischen Dienstleistern als auch Patienten hilft zu entscheiden, ob eine medizinische Behandlung angezeigt ist?

Dr Kohlmeier: Ja; der TBS-Wert kann da sehr nützlich sein.Ein drittes Beispiel, bei dem der TBS-Wert helfen kann ist, wenn der BMD-Wert aufgrund einer Arthritis der Wirbelsäule, bei der das Ergebnis des BMD T-Score wahrscheinlich höher ist, irreführend sein kann. Wie sie wissen, wird der TBS-Wert von Arthritis nicht beein usst2.

Gehen wir von einem 72 Jahre alten Mann mit Arthritis und einem T-Score von +1,6 an der Wirbelsäule und von -1,8 an der Hüfte aus, ohne andere bekannte Risikofaktoren ohne Frakturrisiko. Wir würden in diesem Fall nicht nur von einer Behandlung dieses Herrn abraten, sondern würden sie wahrscheinlich sogar ablehnen. Da der TBS-Wert uns eine genauere Beurteilung der Knochenqualität der Wirbelsäule und des Frakturrisikos unabhängig von dem Vorliegen einer Arthritis ermöglicht, könnte dies die Behandlung beein ussen. Wenn wir einen TBS-Wert von 1,190 im Bereich der niedrigen Qualität hätten, würde ich eine medizinische Behandlung empfehlen.

Eine andere Situation, in der der TBS-Wert die klinische Versorgung verbessert, ist der Fall, wenn zwischen den BMD-Werten der Wirbelsäule und der Hüfte eine große Diskrepanz besteht, wie zum Beispiel ein BMD T-Score von -3,5 für die Wirbelsäule und von -2,4 für die Hüfte bei einer 48 Jahre alten Frau mit einer frühen Menopause. Auch wenn ich eine medizinische Behandlung empfehlen würde, würde sie sie wahrscheinlich ablehnen. Wenn sich jedoch die Messung des TBS-Werts ebenfalls im niedrigen Qualitätsbereich be ndet, zum Beispiel bei 1.1, könnte ich sie wahrscheinlich von der Wichtigkeit der Verringerung ihres Frakturrisikos mit einer Behandlung überzeugen.

Der TBS-Wert ist auch sehr wichtig bei Patienten, deren Chirurgen sie oft mit „weichen intraoperativen Knochen“ beschreiben. Unabhängig von ihrem BMD-Wert behandle ich sie nach einer Fraktur, als hätten Sie eine Osteoporose-Diagnose und mache nicht nur einen metabolischen Knochenaufbau, sondern empfehle auch eine Behandlung.

Verständlicherweise kann das, wenn diese Patienten noch nicht alt sind und einen BMD T-Score über -2,5 an Hüfte und Wirbelsäule haben, eine schwierige Entscheidung sein und Patienten lehnen eine medizinische Behandlung oft ab.

Wenn jedoch der TBS-Wert niedrig ist, kann ich erklären, wie diese Extra-Information ihr Risikopro l negativ verändert, und wenn es nicht anderweitig kontraindiziert ist, kann ich sie oft überzeugen, mit der Einnahme von Medikamenten für eine Osteoporosebehandlung zu beginnen.

Studien über TBS-Messungen bei Patienten mit weichen intraoperativen Knochen sowie die Frakturreduktion mit medizinischen Behandlungen bei diesen Patienten sind natürlich ebenfalls erforderlich.

Patienten mit multiplen Frakturen bei einem jedoch normalen BMD-Wert stellen die sechste Situation dar, bei der der TBS- Wert nützlich ist. Obwohl dieses Szenario auf alle Fälle eine medizinische Behandlung rechtfertigen würde, kann ein niedriger TBS-Wert dazu beitragen, meine Patienten davon zu überzeugen, eine medizinische Behandlung in Betracht zu ziehen, und kann zudem bei der Steuerung der Behandlung helfen.

Medimaps: Gibt es noch andere Fälle, bei denen der TBS-Wert klinische Entscheidungen bei Patienten, die bereits behandelt werden, wirklich beein ussen kann?

Dr Kohlmeier: Unbedingt; Patienten, die eine antiresorptive Behandlung wie generische Fosamax®, Alendronat oder IV Reclast® erhalten, zum Beispiel, Zolendronat über 5 oder mehr Jahre, wird oft geraten, die Behandlung aufgrund des seltenen Risikos für atypische Oberschenkelfrakturen oder einer möglichen Verbindung mit Osteonekrose des Kiefers abzubrechen.

Neulich habe ich eine 62 Jahre alte Triathletin mit einem T-Score von -3 an der Hüfte und von -3,7 an der Wirbelsäule gesehen. Sie wurde bereits seit einer Hüftfraktur vor 10 Jahren behandelt, hatte aber seitdem keinen weiteren Knochenbruch. Ihr BMD-Wert hatte sich in den ersten 3 bis 4 Jahren erheblich verbessert und ist seitdem stabil geblieben. Ihr TBS-Wert von 1,30, also im moderat- guten Knochenqualitätsbereich, hat unsere Entscheidung gestützt, die starke antiresorptive Behandlung mit Prolia® Denosumab abzusetzen und stattdessen zu generischem Evista® Raloxifene zu wechseln, um ihren Knochenzustand zu erhalten.

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